Donnerstag, 15. Dezember 2016

Verlorene Zeit wird Geschenkte Zeit

Vier Kindern unter sieben Jahren gleichzeitig gerecht zu werden? Vergiss es. 
Immer wieder mal werde ich von anderen Müttern gefragt: "Du hast vier kleine Kinder? Kannst Du denn jedem Kind gleichzeitig gerecht werden?" Warum soll ich lügen. Nein, das schafft wohl niemand. Das Problem kennen wohl alle Mamis unter Euch mit mehreren Kindern. Und wenn die Kinder dann auch noch so einen engen Altersabstand zueinander haben, wie bei uns, ja, dann musst Du einfach da sein, wo es gerade "brennt". Prioritäten setzen lautet die Devise. Das mag vielleicht jetzt ziemlich abgestumpft und oberflächlich klingen. Ist es aber nicht. Das ist das "Überleben" im Alltag. 


Bis zum Mittag hat unser kleiner Johann natürlich die Exklusivrechte, da seine Geschwister im Kindergarten und in der Schule sind. Wenn ich es irgendwie schaffe, dann hole ich unseren Großen am liebsten direkt nach der Schule ab, gegen spätestens 11:30 Uhr. Weil ich weiß, dass die beiden "Großen" mit ihren 4 und 6 Jahren wohl am meisten zurückstecken müssen, ist mir das ganz wichtig, Max Power bereits früh zu holen. So bekommt er ein kleines bisschen Exklusivzeit jeden Tag mit mir. Und die braucht er. Unsere Jungs sind generell viel verschmuster und "liebebedürftiger" als die Mädchen. Das merke ich tagtäglich. Er fordert, zu Recht, seine Zeit ein. Wir laufen händchenhaltend von der Schule nach Hause, sprechen brauchen wir gar nicht viel. Wir verstehen uns auch so. Und er genießt. Und ich auch. Diese Ruhe. Diese (fast) Zweisamkeit.
Ab 14 Uhr wird es dann wieder laut im Hause Reges Leben und alle sprechen, spielen und toben wild durcheinander. So ist das eben in einer Großfamilie, Gewusel. Das ist das Leben und es macht Spaß. Natürlich können wir nicht immer gemütlich auf dem Sofa kuscheln, Bücher in Ruhe lesen und ruhige Gespräche führen. Denn der Babybub und auch die kleine Schwester halten noch nicht viel von Stillstand und Zuhören. Sie brauchen Action, wenn sie wach sind.

Am Abend dann wird es ruhiger und die alltägliche Hektik lässt uns langsam los. Der Babybub schläft und wir haben wieder etwas Zeit. Doch diese Zeit reicht natürlich lange nicht aus, um jetzt jedem Kind gerecht zu werden.

Darum möchte ich Euch sagen, dass die materiellen Geschenke an Heilig Abend für uns gar keine allzu große Rolle spielen. Jeder bekommt nur ein kleines Geschenk (und am Ende sind es doch wieder viel zu viele).

Wir möchten unseren Kindern die verlorene Zeit zurück schenken. 
Verlorene Zeit wird Geschenkte Zeit. Und wir verschenken uns.

So bekommt der Große, wie auch im letzten Jahr ein wunderschönes Weihnachtskonzert für Kinder geschenkt. Nur er, sein bester Freund und Mama.
Charlotti bekommt einen Nachmittag im Kino. Nur sie und Mama oder Papa.
Die kleine Schwester bekommt einen Besuch im Puppentheater. Nur wir Zwei.

So können wir über das Jahr verteilt immer wieder einmal Zeit verschenken.


Verlorene Zeit wird Geschenkte Zeit.

Eure Alexandra


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