Montag, 19. Dezember 2016

Schlafen gehen bei Kleinkindern - Kein Problem mit unseren Ritualen


Immer wieder werde ich von anderen Müttern gefragt, die gerade ihr erstes Kind bekommen haben, wie wir mit unseren vier Kindern abends überhaupt Ruhe bekommen. Ehrlichgesagt ist das gar nicht so schwer. Ich behaupte, dass das jeder kann.

Aus meiner Erfahrung kann ich immer wieder nur zur Antwort geben. Regelmäßigkeit und Routine. Das sind die Schlüsselwörter. Ihr könnt mir glauben, ich bin, weiß Gott, kein Spießer und natürlich ist dieses Thema auch immer abhängig von den Eltern und von der eigenen Einstellung. Wenn Ihr aber tatsächlich abends relativ zügig die Kinder zum Schlafen bringen möchtet, ist die Routine eine unglaublich große Hilfe für Euch.

 

Gerne schildere ich Euch im Folgenden, wie bei uns das Abendritual aussieht.

Unsere vier Kinder sind im Alter zwischen 10 Monaten und sechs Jahren. Sie sind also alle noch ziemlich klein und haben individuellen Bedarf. Der Älteste geht bereits in die1. Klasse, die beiden Mittleren täglich in den Kindergarten und der Kleinste bleibt bei mir zu Hause. Damit die Kinder morgens auch gut aus dem Bett kommen (das ist nicht selbstverständlich), ist es umso wichtiger, dass sie abends zur gleichen Zeit ins Bett gelegt werden. Jetzt denkt Ihr Euch, dass ich gut reden habe. Aber was das angeht, bin ich mit mir selber extrem streng. Wir halten uns täglich an unsere Rituale und an Zeiten.
Alle vier Kinder gehen, obwohl sie in ganz anderen Altersstufen sind, gemeinsam zu Bett. Wir essen vorher alle zusammen zu Abend, decken den Tisch ab und dann wissen die Kinder bereits, dass es für sie Zeit ist, ins Bett zu gehen. Natürlich nicht direkt. Wir geleiten sie mit sanften Einschlafritualen in den Schlaf.
Zunächst heißt es aber erst einmal nach dem Abendbrot, ab nach oben, auf die Kinderetage, Ausziehen und den Schlafanzug anziehen. Das dauert unter Umständen mit vier Kindern schon mal eine gute halbe Stunde. Die Großen schaffen das im Alter von 6 und 4 Jahren locker alleine, die Kleineren mit 2 Jahren und 10 Monaten brauchen natürlich unsere Hilfe. Bis alle ausgezogen sind, die Zähne geputzt haben, das Gesicht gewaschen haben und ihre Wasserbecher mit ins Zimmer genommen haben, ist es meistens zwischen 19 Uhr und 19:15 Uhr. 

Die Kinder kuscheln sich in ihre Betten ein. Der Große hat sein eigenes Zimmer, die beiden mittleren Mädchen schlafen gemeinsam auf einem Zimmer und der Kleinste hat wieder ein eigenes Zimmer. Mein Mann und ich teilen uns jetzt auf, weil bei uns wirklich jeden Abend noch gelesen wird. Das finde ich ganz wichtig und auch, wenn es tatsächlich einmal etwas später geworden ist, lassen wir diesen Programmpunkt beim Einschlafritual auf keinen Fall fallen. Unser Schulkind hat bereits andere Lesebedürfnisse und Wünsche als die Mädchen. Darum liest der Große gesondert mit einem Elternteil und der Andere liest mit den Mädchen und hält den Kleinsten in Schach. Das Leseritual eignet sich hervorragend um abzuschalten, den Tag fallen zu lassen und herunterzukommen. Die Kinder werden müde und wir merken, dass die Äugelein teilweise schon schwer werden. Je nach Uhrzeit lesen wir bis zu 30 Minuten am Abend und schließen unser Leseritual mit einem kleinen Gebet ab. 

Es ist schön zu sehen, dass die Kinder sich so schnell an Rituale gewöhnen. Auch die Kleinsten wissen nach kurzer Zeit. Wird das Buch zugeklappt, setze ich mich kurz auf, mache ein Kreuzzeichen und spreche ein kleines Gebet für die Nacht mit Mama und Papa. Danach wird das Licht ausgemacht. Der Große darf, wenn er möchte, abends noch ein Hörpsiel hören und dabei schläft er dann meistens direkt ein. Von den Mädchen hören wir ganz selten noch etwas. Zu aufregend sind die Tage. Der Kleinste bekommt sein Abendfläschchen und wir auch ins Bett gelegt. 

Ruhe. Dann ist wirklich Ruhe in unserem Haus. Und glaubt mir, dass das mit vier kleinen Kindern wichtig ist. Nicht nur für die Kinder, sondern auch für uns Eltern. Zeit um miteinander zu sprechen, zu kuscheln und sich bei so viel Trubel nicht voneinander zu entwöhnen. Die Kontinuität stärkt uns und gibt uns allen Halt.
Ich bin mir sicher, dass es auch für Euch eine Hilfe sein kann. Auch wenn diese Rituale für Außenstehende vielleicht manchmal etwas „lästig“ scheinen, ich finde sie extrem wichtig und bin froh, dass wir sie haben.

Eure Alexandra

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