Dienstag, 27. Dezember 2016

Geschichten aus dem Supermarkt - Aus dem Leben einer Großfamilie

Oft kommt es ja nicht vor, dass ich mit allen Kindern zusammen einkaufen fahre. Zum einen weil ich es zugebenermaßen einfach vermeide. Den Stress mag ich mir und auch den Kindern nicht antun. Und zum anderen ist das auch gar nicht oft möglich aufgrund der Schul- und Kindergartenzeit. Aber heute, ja heute, war es dann endlich einmal wieder soweit. Der Liebste muss zwischen den Jahren arbeiten und unser Kühlschrank hat ganz laut nach Hunger gerufen. 

Also, so früh wie möglich - wenn alle noch einigermaßen gut drauf sind ;-) - ab ins Auto und gemeinsam zum Supermarkt flitzen. Viele Besorgungen brauchte es eigentlich nicht, nur so das Dringendste. Milch, Obst, Gemüse und ein bisschen Naschi (schließlich wollen die Weihnachtspolster weiter gefüttert werden). 


Auf dem Parkplatz angekommen war es überraschenderweise ziemlich leer. Ich öffne die Tür unseres VW-Bus und achte darauf, dass gerade keine Autos kommen. Bei der kleinen Schwester muss man echt auf alles gefasst sein. Gerade noch an der Hand, ist sie im nächsten Augenblick schon gefühlt auf dem Weg nach Hause (zu Fuß). Alle da, alles klar. Ein Einkaufswagen besorgt und die Platzsituation im Einkaufswagen geklärt. Vorne klein Johann, im Einkaufswagen selbst die protestierende Theresa (natürlich will sie genau wie ihr kleiner Bruder auch noch im Babysitz Platz nehmen), zwischen Johann und mir dann das Tottili, das sich auf diese kleine Stufe gestellt hat, die eigentlich für Wasserkästen vorgesehen ist. Dann schieb mal an den Wagen. Und noch haben wir nicht eingekauft. Pahhhh. Glücklicherweise habe ich ja noch einen starken großen Sohn, der mir zur Seite stand und mitlenkt. Das Bild ist zugegebenermaßen wahrscheinlich im ersten Moment etwas erschreckend und komisch, wenn man unsere Chaosgang so sieht.

So schlurfen wir also durch die Gänge und ich bin richtig stolz auf meine Kinder wie toll sie das alles mitmachen. Kaum ein Murren und Knurren. Die Produkte bleiben größtenteils in den Regalen. Bis wir dann in den Gang mit der Frischmilch kommen. Die ersten Kunden, die uns über den Weg laufen. Kurzer entgeisterter Blick einer in die Jahre gekommenen Frau auf meinen Einkaufswagen, verwegen stößt sie ihren Mann an und richtet ihren Blick wieder auf uns. 

"Alles Ihre?" "Ja, klar." "Alle vier? Und so klein noch?" "Ähhh, ja. Warum?". 
"Du liebes bisschen, Sie Ärmste.

Entschuldigung bitte, aber: WHATTTT? Was hat die Dame da eben gesagt? Sie tut so als wäre der Einkaufswagen, den ich da vor mir herschiebe eine Bedrohung oder schlimme Krankheit. Die Kinder schauen mich völlig verständnislos an und ich beruhige sie ein wenig, indem ich sage, dass das offensichtlich nur eine frustrierte alte Dame ist, die wohl nicht weiß was für ein Glück es ist, so tolle Kinder zu haben. In diesen Momenten fällt mir immer nur die Kinnlade runter und ich weiß einfach nicht was ich sagen soll. Wahrscheinlich ist das auch besser so. Das Schöne ist, dass solche Menschen eigentlich die Ausnahme sind. Zwar wurde ich schon öfter beim Einkaufen angesprochen und auch echt mal doof, aber die meisten klopfen mir auf die Schulter und sagen so etwas wie: "Gut gemacht. Was für süße Kinder. Wollen Sie noch mehr?" Besonders schön finde ich es ja immer, wenn mich Frauen ansprechen, die selbst so viele Kinder haben und mir dann erzählen, wie es bei ihnen früher war.

Natürlich fallen wir auf im Supermarkt, ganz klar. Aber bestimmt nicht wegen schlechtem Benehmen ;-).

Gerade bezahlt, packe ich alles wieder in den Einkaufswagen zurück, sehe zu dass ich alle Kinder im Gepäck habe und mache mich wieder auf den Weg zum Parkplatz. Huch, da fällt mir auf, dass ich in dem ganzen Gewusel beim Reingehen völlig vergessen habe, die Türen zu schließen. Sowohl die Beifahrertür als auch die hintere Schiebtür stehen sperrangelweit offen. Halb so schlimm, denke ich mir. So ist das eben mit vier kleinen Zwergen. Klar, bin ich vielleicht oft etwas zerstreut und vergesse mal hier und da etwas, aber es ist alles gut so wie es ist. Und ich bin stolz auf unsere vier Kinder. 

Sie sind ein Geschenk des Himmels und das Beste was mir jemals passiert ist. 

Ahoi,
Eure Alexandra

1 Kommentar:

  1. Das nächste mal auf "Alles ihre?" antworten: "Nee, die gibts da vorne um die Ecke, sind grad im Sonderangebot..."

    Nix draus machen, weiter atmen und lächeln.
    LG von TAC

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