Donnerstag, 19. November 2015

"Bald ist Nikolaus-Abend da" - Meine eigenen Kindheitserinnerung an den Nikolaus

Was habt Ihr noch für Kindheitserinnerungen an den Nikolaus?
Bei uns kam damals (das klingt als wäre ich schon eine alte Omi ;-)) tatsächlich noch Knecht Ruprecht gemeinsam mit dem Nikolaus, aber ehrlichgesagt habe ich den Nikolaus-Abend trotzdem nicht in schlechter Erinnerung behalten. Im Gegenteil. In sehr sehr schöner gemütlicher und warmer Erinnerung.

Ich weiß es noch wie heute.
Der Nikolaus-Abend wurde bei uns traditionell jedes Jahr 05. Dezember gefeiert. Auch wenn ich Einzelkind bin, so haben wir doch eine Familie direkt im Umkreis und wir haben gemeinsam mit meiner Cousine und meinem Cousin gefeiert. Die Erinnerung ist so klar vor mir. Unsere Eltern tratschten gemeinsam im Wohnzimmer, während wir Kinder gespannt hinter der Gardine am Fenster im Kinderzimmer standen und auf den Moment warteten, dass St. Nikolaus mit seiner Kutsche (bei uns kam er echt noch mit Pferden auf einer Kutsche) auf den Hof geritten kam. Dieser Moment, die Kutsche war noch nicht ganz um die Ecke gebogen, aber wir hörten schon die Glöckchen der Pferde an der Kutsche, war ein absoluter Gänsehautmoment. 
Denn: wir glaubten alle noch felsenfest an den Nikolaus. Wir hatten Respekt (und ja, vielleicht auch im ersten Moment immer ein klein wenig Angst vor dem was uns erwartete) vor dem Nikolaus und seinem Helfer. Dann klingelte es an der Tür und unsere Eltern riefen: "Der Nikolaus ist da."
Langsam liefen wir ins Wohnzimmer und setzten uns auf das Sofa. Vor uns stand er jetzt mit seinem roten Gewand, seinem weißen Bart und dem mir damals riesengroß erscheinenden goldenen Buch (das der Bart und alles andere nur ein Kostüm waren, wäre uns im Traum nicht eingefallen). Da ich die Älteste von uns Kindern war, musste ich natürlich auch immer als Erste ("Komm Du bist doch mutig.") vor den Nikolaus treten. Wie im Film fragte er mich dann, ob ich denn in diesem Jahr auch artig gewesen wäre. "Aber ja, (*räusper*) na ja, meistens schon." "Dann werde ich mal schauen was in meinem goldenen Buch über die kleine Alexandra geschrieben steht." Und verflixt, woher wusste er das nur alles? Die ganzen Details, die sich über das Jahr so angesammelt hatten. Er weiß ja doch alles. Was solls, so schlimm war es auch gar nicht. Und am Ende, durfte ich, wenn ich wollte (und glaubt mir, ja, ich wollte) noch eine Strophe aus einem Gedicht aufsagen. Zur Belohnung hat der Nikolaus auch ein kleines Geschenk aus seinem Nikolaussack für mich gezogen. War das schön. Unglaublich, dass mir dieser Abend in so klarer Erinnerung geblieben ist. 

Und wisst Ihr was? Wieder im Heute angekommen: Noch glauben alle unsere Zwerge an den Nikolaus (wie ein Wunder). So viele Kinder im Kindergarten haben den Glauben nämlich bereits verloren, was ich sehr schade finde. Solange also alle Kleinen hier im Hause noch an den Nikolaus glauben, werden wir den Nikolaus auch einmal für dieses Jahr einladen. Max Power hat mich nämlich bereits im letzten Jahr gefragt, ob der Nikolaus nicht auch einmal zu uns kommen würde. Er kennt natürlich meine Geschichte. Und für dieses Jahr habe ich es ihm versprochen. Es muss also klappen.

Glauben Eure Kinder noch an den Nikolaus?

Herzliche Grüße,
Eure Alexandra

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