Mittwoch, 22. Oktober 2014

Geburtsbericht der kleinen Schwester

Wie ich Euch ja bereits angekündigt habe, werde ich nun heute für Euch und auch für mich die aufregenden und überraschenden Stunden vor der Geburt der kleinen Schwester schriftlich festhalten.

Auch wenn ich bereits gelernt habe, dass man nichts planen sollte, weil ja am Ende doch alles anders kommt als man denkt, plant man ja trotzdem irgendwie so ein bisschen und macht sich Gedanken wie alles ablaufen könnte. 
Jetzt war es so, dass unser Arzt und die Hebamme gemeinsam mit uns entschieden haben, dass ich am 01. Oktober 2014 ins Krankenhaus zur Einleitung der Geburt kommen sollte. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich fast in der 40. SSW, das Fruchtwasser wurde  mittlerweile immer weniger und auch die Plazenta war bereits ein wenig verkalt. Hinzu kam, dass ich leider seit ca. Mitte meiner 3. Schwangerschaft an einer gemeinem Vaskulitis litt und zweimal am Tag Heparin spritzen musste. Daher war ich dankbar, dass es voran ging. 

Am frühen Morgen des 01. Oktobers 2014 rief uns dann Max Power aus dem Schlaf und klagte über Grippesympotme. Mmmmmhhh - gerade heute..... also schlüpfte er noch schnell zu uns ins Bett und kuschelte ein bisschen. Mann ging noch den halben Tag zur Arbeit, brachte vorher das Tottili zum Kindergarten und Max Power und ich blieben daheim. Mein Arzttermin war um halb 12 und danach sollte ich direkt ins KKH zur Einleitung. Irgendwie hatte ich mit Max Power aber ein ungutes Gefühl und fuhr kurzerhand mit ihm zum Kinderarzt. Dieser teilte uns dann mit, dass Max Power leider in der Kinderklinik bleiben müsse. Waaaaaaas??? Das Fieber war relativ hoch und er benötigte einen Tropf. Ok. Tief durchatmen. Das bekommen wir schon irgendwie hin. Zum Glück gibt es Omi und die Kinderklinik ist dem KKH angeschlossen, in dem ich entbinden werde, so dass wir ganz nah beieinander sind, waren meine Gedanken. Trotz allem musste natürlich ein Erziehungsberechtigter bei Max Power bleiben. Darum rief ich direkt den tollsten Papa und Mann der Welt an und erzählte ihm alles. Er kam direkt wie der Blitz wieder zurück aus dem Büro und checkte mit Max Power im Zimmer der Kinderklinik ein. Die beiden hatten ein "angenehmes" (wenn man das von Krankenhauszimmern überhaupt sagen kann) Einzelzimmer und machten es sich schon einmal in ihrer Männer-WG gemütlich.

In der Zwischenzeit war ich bereits beim Doc und habe ebenfalls mit meiner kleinen Tasche im KKH zur Entbindung eingecheckt. Meine Hebamme war bereits da und es wurde ein CTG geschrieben. Ich war mit meinen Gedanken aber ganz woanders. Die Geburt rückte für mich gerade in den Hintergrund und ich wollte so schnell wie möglich wieder zu meinen beiden Männern zurück. Abends wurde dann die erste Einleitung mit dem Gel gemacht. Noch tat sich allerdings nichts. Trotzdem saßen alle irgendwie auf heißen Kohlen, da bei unserer letzten Geburt, beim Tottili, auch mit Gel eingeleitet wurde und es nur 2 Einleitungen bedurfte, um das Tottili mit gerade einmal drei Presswehen in 15 Minuten auf die Welt zu bringen. Das war dann doch ein wenig zu hektisch. Und damit die Geburt dieses Mal ein wenig stressfreier ablaufen konnte, waren alle im Kreissaal bereits durch meine Hebamme vorgewarnt. Die kleine Schwester allerdings, wie wir mittlerweile auch aus anderen Erfahrungen wissen, hat einen ganz anderen Charakter als das Tottili und ist eher von der gemütlichen Sorte. Sie lässt sich in allem mehr Zeit und geht die Sachen ruhiger an, so ähnlich wie Max Power. Auch mal wieder schön :-). Wir schliefen alle mehr oder weniger fest und warteten auf den nächsten Tag. Das Tottili war in der Zwischenzeit bei Oma & Opa eingezogen und verstand die Welt nicht mehr. "Warum sind denn jetzt alle im KKH außer mir?"

Am 02. Oktober tat sich immerhin etwas. Das Gel wurde mittags noch einmal gelegt und dann platzte beim kleinen Spaziergang auf einmal die Fruchtblase. Jipppieh, es geht los, war unser erster Gedanke. Max Power war super versorgt, er hatte sich bereits mit den Schwestern und Pflegern angefreundet und führte alle in die Wissenschaft der Dinosaurier ein ;-). Es ging ihm von Stunde zu Stunde besser und es sah gut aus, dass es wirklich nur ein kleiner Infekt war.
Das beruhigte mich ein wenig.

Mann und ich liefen also nervös mit allen Unterlagen in den Kreissaal. Meine Hebamme war wieder zur Stelle und legte direkt das CTG an. Nichts - es tat sich gar nichts - mmmhhhh, also weiter abwarten. Blut abnehmen, da die Gefahr der Infektion ja etwas größer wird, wenn die Fruchtblase platzt und wieder zurück auf´s Zimmer (also auf Max Powers Zimmer ;-)).
Die nächste Nacht stand uns bevor.

Am nächsten Tag fragten mittlerweile viele, was denn da los sei? Geht nichts voran? Wir hatten den 03. Oktober 2014 und das Tottili war immer noch bei Oma und Opa. Dieser Tag ist aber, abgesehen davon, dass es ein Feiertag ist, sowieso ein besonderer Tag für uns. Die Omi hat nämlich Geburtstag und dann auch noch ein runder Geburtstag. Sie tat mir soooo leid. Diesen Geburtstag hatte sie sich bestimmt anders vorgestellt. Mit so einem kleinen Tottili bleibt einem wenig Zeit zum Geburtstag feiern und sie hatte bereits einen Tag vorher ihre kleine Feier, die sie geplant hatte, abgesagt.
Dafür "feierten" wir halt alle gemeinsam ein wenig im KKH ihren Geburtstag. 

Im Laufe des Tages merkte ich aber, dass sich etwas tut. Irgendwie wurde das Ziehen im Bauch von Stunde zu Stunde etwas stärker und die nächste Untersuchung zeigte, dass der Muttermund bereits 3-4 cm geöffnet war.
Ha, endlich. Es geht langsam aber sicher los. Das war nachmittags gegen 17 Uhr.....
Meine liebe Freundin Kady kam auch noch und wir gingen ein bisschen an die frische Luft. Die Bewegung tat gut. Ich lief lange noch nach dem Spaziergang mit Mann durch die KKH-Gänge und um ca. 21 Uhr war es dann soweit, dass der Muttermund ca. 8 cm geöffnet war. Allerdings waren die Wehen zu schwach und zu kurz, so dass ich auch noch einen Wehentropf bekam. Max Power ging es gut, er schlief tief und fest und sollte am nächsten Tag entlassen werden. Mann und ich waren voller Spannung im Kreissaal. Er spornte mich an. Wenn ich mich beeilen würde, hätten wir noch einen Geburtstag am 03. Oktober zu feiern und die Omi würde sich bestimmt riesig freuen. Der hat leicht reden.....ich machte ja schon so gut ich konnte. Aber dann kam der Endspurt. Auch wenn die kleine Schwester wenig mithalf, die Hebamme sagte mir, ich solle jetzt einfach ständig pressen, rgal ob Wehe oder nicht. Das tat ich und am 03. Oktober 2014 um 23:34 Uhr war unser drittes Wunder auf der Welt. Völlig erschöpft aber unendlich glücklich fielen wir uns alle in die Arme.

LOVE,
Eure Alexandra


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