Dienstag, 1. Oktober 2013

Sprechen Männer eine andere Sprache als wir Frauen?

Gestern wurde es mir wieder einmal mehr bewusst. Ganz ohne es zu wollen, befand ich mich in einer Diskussion mit meinem Mann. Abends. Alle völlig erschöpft und müde vom Tag.
Da diskutiert es sich ja bekanntermaßen am besten.
Vorne weg: Ich liebe meinen Mann, über alles, aber manchmal fällt die Verständigung zwischen Männern und Frauen doch etwas schleppend aus. Woran liegt das denn nur?

Da habe ich mir einfach mal Gedanken gemacht und 3 Beispiele aus unserem privaten Nähkästchen herausgesucht, in denen Männer und Frauen (also wir beide zumindest) einfach nur "Spanisch" verstehen.




Fangen wir einfach mal mit gestern an.
Beispiel 1:
Alle (einschließlich der kleinsten Famlienmitglieder) sind stark erkältet. Bei Totti steigerte sich der Husten im Kindergarten und war am späten Nachmittag auf dem Höhepunkt. Parallel zu Tottis Husten steigerten sich auch noch meine Kopfschmerzen.
Daher habe ich meinen Schatz im Büro angerufen, um schon einmal "vor anzukündigen", dass es den Kindern den Umständen der Erkältung entsprechend geht und auch bewusst nichts verschönert.
Was das auch für die Nächte bedeuten kann, wissen wir ja alle.  
Meine persönliche Absicht mit dem Anruf war quasi "durch die Blume" zu fragen:
Meinst Du nicht, dass es dann vielleicht besser wäre, heute einmal nicht zum Männer-Doppelkopf-Abend zu fahren, der meist bis Mitternacht geht sondern hier zu bleiben, wer weiß wie oft wir zu den Spätzen müssen oder uns sogar aufteilen müssen? 
Mein persönlicher Fehler in diesem Moment war, wie sich später herausstellte, diese Frage nicht nur in meinem Kopf zu "produzieren" sondern auch rauszurufen.
Ist es denn wirklich zuviel verlangt, dass Mann auch einmal selbst auf die Idee kommt?
Denn Seine Wahrnehmungsweise war: Die Kinder sind zwar stark erkältet, aber es läuft alles nach Plan heute. Dem Doppelkopf-Abend steht also nichts im Wege.

1. Ergebnis: Mann blieb zu Hause. Kinder haben geschlafen wie die Engel. Ich, schlechtes Gewissen.
2. Ergebnis: Männer mit dem Kopf auf die eigenen Gedanken stoßen.

Beispiel 2:
Der Einkauf.
Bei uns ist es komischerweise so, dass obwohl wir am Wochenende einen größeren Einkauf vornehmen, in dem wir sozusagen auch alle Lebensmittel für die Woche einkaufen, wir spätestens am Dienstag (also heute) wieder vor dem Problem stehen, was sollen wir abends zu Essen machen? Definitiv liegt der Fehler da bei der Einkaufsplanung, denn obwohl wir zwar beide (Mann und ich) von Haus aus Ökonomen sind, stellen wir unseren eigenen Wirtschaftsplan offensichtlich falsch auf.
Was passiert? Ich mache mir jetzt schon wieder Gedanken, ob ich es direkt nach der Arbeit noch zum Supermarkt schaffe oder ob ich die zwei Kleinen mitnehmen werde.
Und wenn wir dann im Supermarkt sind, was sollen wir kaufen???
Mann lässt es einfach darauf ankommen. Er kommt wie gewohnt von der Arbeit nach Hause und erwartet, dass schon irgendetwas da sein wird, das man kochen kann.
Moment, jetzt merke ich gerade selber wo der Fehler liegt. Es IST ja immer etwas da, wenn Mann von der Arbeit kommt. Nur ich selbst (Frau) stehe vor dem Problem.
Trotzdem: wie kann es sein, dass Männern so etwas nicht auffällt und sie uns nicht auch einmal fragen: Soll ich nach der Arbeit noch irgendetwas besorgen oder haben wir alles da?

1. Ergebnis: Alles bleibt wie es ist, bis Mann selbst drauf stößt.
2. Ergebnis. siehe oben.

Beispiel 3:
Der Haushalt
Männer haben irgendwie anders gepohlte Augen als wir Frauen. So scheint es mir zumindest häufig. Es könnte aber auch sein, dass sie einfach die Prioritäten anders setzen.
Spielen wir mal einen Auszug aus einem ganz "normalen" Tag wieder.
Die Waschmaschine, schon völlig heiß gelaufen, weil ich endlich mal dazu komme, die ganze Wäsche der Woche zu bewältigen, will entleert werden. Der Frühstückstisch, immer noch nicht aufgeräumt, sieht aus wie ein Schlachtfeld und auch der Fußboden im Umkreis von 15 Metern um den Frühstückstisch herum, könnte mal wieder gesaugt werden.
Was bei zwei kleinen Kindern und einem krümelnden Mann (;-)) ja kein Wunder ist.
Mann bekommt von alledem aber nichts mit. Er steht völlig entspannt, noch gut gesättigt und zufrieden vom ausgiebigen Samstags-Frühstück am Küchenschrank und "blättert" die neuesten "Männer-Kolumnen" auf dem I-Pad durch. Danach sieht er sich noch einmal die Aufstellung seiner Kicker-Mannschaft an und hofft auf die benötigten Punkte am Nachmittag.
Wer will alles "Fangen" spielen?, fällt es ihm auf einmal ein.
Klar doch, Papa´s müssen für den Quatsch zuständig sein, das ist ja auch völlig in Ordnung und Max Power liebt es gemeinsam mit Papa Quatsch zu machen. Doch würde es nicht noch viel mehr Spaß machen, wenn man gemeinsam schnell den Krams erledigt und dann alle zusammen Quatsch machen können? Stattdessen laufe ich Slalom um die Kinder (plus Mann), damit ich nicht umgerannt werde und erkämpfe mir den Weg zum Wäscheständer. "Tut mir leid, wenn ich Euch störe"...Ich bin ein Spielverderber, räume ich nun auch noch schnell den Frühstückstisch ab und sauge alles weg.
Das Ende vom Lied. Ich bin mittags schon so k.o., dass ich erst einmal ein Nickerchen vertragen könnte. Aber ich bin es ja selber Schuld, wenn ich mir so einen Stress am Wochenende mache ;-).

1. Ergebnis: Meine Befürchtung ist, Männer sind ähnlich zu handeln wie Kinder. Sie brauchen einfach KLARE Anweisungen und das meinen sie ernst. So behauptet es mein Mann zumindest. Mach Dir das Leben doch nicht unnötig schwer. Wir Männer sind nun einmal nicht mit hellseherischen Fähigkeiten ausgestattet.
2. Ergebnis: Ich ziehe das jetzt durch und gebe klare Anweisungen.

Wir werden sehen, wie die Geschichte weiter geht.
Bis dahin sendet herzliche Grüße,
Eure Alexandra

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