Montag, 28. Oktober 2013

Haben wir Frauen eigentlich alle das angeborene Mama-Gen?

Kennt Ihr auch diese Gedankenkette von Mama-Ängsten im Kopf, wenn Ihr unterwegs seid mit Euren Lieben?
Hoffentlich passiert auch nichts, Wie schnell fährt der Idiot da vorne denn bitte, wahrscheinlich hat er auch noch was zu essen in der linken und das Handy in der rechten Hand. Bitte, denk dran, das Laufrad hat keine Bremsen und irgendwann wird man immer schneller und kann mit den Füßen auch nicht mehr bremsen. Ich kann gar nicht hinsehen.
Aber dann spricht auch wieder die andere Seite zu mir, die, die auch einmal Kind war:
Reiß Dich zusammen, das ist doch ein Riesenspaß und Du hättest es doch genauso gemacht.

pixelio.de


Ich glaube ganz schlagartig mit der Geburt eines Kindes passiert da etwas in uns Frauen (aber auch wirklich nur bei uns Frauen). Zumindest ist es mir so ergangen. Ich probiere in jeder Situation schon drei Schritte vorauszudenken. Was könnte passieren? Ist da nicht irgendwo ein Loch im Boden und Was könnte da hinter der nächsten Kreuzung sein.
Das ist doch zum Haareraufen.

Am Samstag bei unserem Ausflug zum Tetraeder ist es mir wieder einmal mehr bewusst geworden, dass ich (Mama) ganz anders mögliche Gefahren wahrnehme (ja, vielleicht auch manchmal etwas übertrieben, aber meistens doch schon realistisch) als Papa.

Bereits beim Aufstieg zum Tetraeder fiel mir auf, dass die Wege, neben den vielen kleinen Steinen und Schlaglöchern, doch ganz schön steil sind. Und das meine ich wirklich so. Unsere kleinen Herren (Max Power und sein bester Freund), erst noch große Klappe, sie würden vorfahren und mal schauen wer Erster oben ist, mussten aufgeben und haben ganz kleinlaut uns Mamas die Laufräder in die Hand gedrückt und meinten nur noch Hand in Hand hochlaufen zu können (das Bild der beiden Hand in Hand löste bei uns Mamas übrigens riesen Entzücken aus: Ohhhhh, wie niedlich ist das denn bitte? Bei den Papas eher weniger: Das Hand-in Hand-Laufen unter Männern muss aber spätestens in der Grundschule aufhören ;-)).

Als ich dann ganz nebenbei bemerkte, dass die Wege doch ziemlich steil wären, da ich gedanklich schon wieder beim Abstieg war und mir die größten Horrorszenarien mit den kleinen Laufrädern ausmalte, hörte ich nur vom Mann, der mit Totti und dem Dreirad beschäftigt war: Ach, das ist doch gar nichts. Schau Dir das da vorne mal an. Da fahren die Mountainbiker runter querfeldein. DAS ist steil. Du stellst Dich aber auch wirklich immer an.
Mmmmh, ja. Das war steil, stimmt. Aber das war auch kein öffentlicher Weg, sondern vielmehr ein ca. 20-30 cm schmaler Grad, der eventuell einmal von Bikern befahren wurde, bevor sie sich DAS GENICK GEBROCHEN haben. Was ist das denn bitte für ein Vergleich??? Wir laufen gerade mit kleinen Kindern und Laufrädern den Berg hoch und befinden uns nicht in der Mountainbike-Bundesliga.

Nun gut. Die Gedanken habe ich erst einmal verdrängt und habe mich darauf konzentriert mit dem Laufrad, den ganzen Jacken (weil es doch noch ganz schön warm geworden ist und natürlich noch keiner seine Jacke selber tragen kann), dem Rucksack und ach ja, den ca. 15 verschiedenen Laubblättern, die aber BITTE BITTE BITTE nicht verknickt werden dürfen, da sie später ja noch gepressst werden sollen, einigermaßen heil oben anzukommen.

Nach gefühlten 700 Höhenmetern, geschwitzt und ein klein wenig genervt, sind wir endlich da und ich muss sagen. Es war richtig toll. Vor ein paar Jahren war ich zwar schon einmal oben, aber da war es dunkel, bis auf die Silvesterknaller und man hat nicht mehr ganz so viel von der tollen Aussicht mitbekommen.

Das Wetter war herrlich und wir konnten bis Düsseldorf sehen. 





Max Power, sein bester Freund und Totti waren auch hellauf begeistert und wir waren ja noch nicht einmal ganz oben auf dem Tetraeder (Moment, wollte ich da eigentlich wirklich hoch mit kleinen Kindern, sind die Seitengeländer auch wirklich stabil und ist es bei dem Wind nicht eigentlich verboten??? Das Gedankenkarusell dreht sich weiter und weiter...)

Bevor ich mich diesem Thema zuwende muss ich jetzt erst einmal schauen, was die Papas denn da mit dem Drachen vorhaben. Ein Drachen ist ja prinzipiell wirklich eine super Sache. Mir hat das auch immer riesen Spaß gemacht und gehört zum Herbst einfach dazu. Aber hier oben? Hier oben, bei einer Windstärke von ca. 100 Stundenkilometern einen Drachen steigen lassen? Ich weiß nicht. Max Power und sein bester Freund konnten es nicht abwarten bis der Drachen endlich zusammengebaut war und ich spürte schon förmlich die Abenteuerlust der Beiden. Die Papas werden doch sicher den Drachen selbst festhalten und die beiden "mithalten" lassen, oder? Ansonsten und das war wirklich mein Gedanke, besteht doch sicherlich die Gefahr, dass die ca. 15 kg leichten Jungs sich am Drachen festhalten und bei diesem Wind mit weggeweht werden. Nein, ich musste mich eines besseren Belehren lassen. Es handelt sich ja schließlich nicht um einen Lenkdrachen oder eine "Matte" sondern um einen kleinen stinknormalen Kinderdrachen.  
Der ist für Kleinkinder gemacht, weißt Du? Achso. NEIN, weiß ich nicht und ich bin heute noch froh, dass ich mich durchsetzen konnte und Papa gemeinsam mit Max Power zusammen den Drachen festgehalten hat. Ganz ehrlich. Ich bin mir sicher, dass es auch für die Beiden auf diese Weise die beste Entscheidung war. Sowohl Papas als auch Max Powers Augen funkelten vor Begeisterung.

Letztendlich muss ich ja zugeben, dass Alles in Allem, auch der Aufstieg nach ganz oben auf´s Tetraeder mit Max Power und dem kleinen Tottili und auch die teilweise doch rasante Abfahrt (mir blieb streckenweise das Herz stehen, Papa hat sich kaputt gelacht, weil ich wie eine Furie im Sprint hinter Max Power und seinem Laufrad hergelaufen bin), ein wunderbarer Nachmittag war.

Doch das Gefühl und Empfinden einer Mama wenn es um ihre kleinen Babies geht, kann man eben nicht unterdrücken und auch nicht abstellen.
Wir Mama´s sind eben so und da bin ich auch dankbar für.

Einen schönen Wochenanfang wünscht Euch,
Eure Alexandra

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