Freitag, 4. Oktober 2013

Einmal "neu" bitte

Kennt Ihr das auch? Ihr schaut morgens in den Spiegel und denkt, STOPP.
Ich brauche eine Generalüberholung.





Gerade jetzt, wenn die Sonne nicht mehr ganz so viele Stunden scheint und der Regen immer mehr wird, übertägt sich die Jahreszeit einfach auf´s Gemüt und ich sehne mich nach etwas "Neuem", ein neuer Look muss her.

Bei mir persönlich hilft da meistens ein Frisörbesuch. Ich gehe seit bestimmt 15 Jahren (wahrscheinlich noch länger) zum gleichen Frisör. Und das ist auch gut so. Er hat mich noch nie enttäuscht - Stopp, doch, einmal.
Das war irgendwann Mitte der 90er Jahre, als Winona Ryder noch "hot" war und ich eine Menge Freundschaftsarmbänder ums Handgelenk trug. Ich wollte einfach genauso aussehen wie sie.
Die gleiche Frisur, der gleiche Look. Und so ging ich also mit meinem Winona-Bild aus einer Zeitschrift zu meinem Frisör und sagte: "Genau so möchte ich gerne aussehen."
Mmmmmh, skeptischer Blick. Mein Frisör versuchte mich nicht direkt zu enttäuschen und probierte es zunächst auf eine diplomatische Art und Weise: "Deine Haarstruktur ist ganz anders als die von Winona Ryder. Das wird niemals so aussehen wie auf dem Bild. Tut mir leid, ich kann Dir aber gerne eine ganz ähnliche Frisur machen, mit der Du Dich wohler fühlen wirst." Diese Worte höre ich heute noch in meinen Ohren. Mir wich die Farbe aus dem Gesicht. "WAS??? Auf keinen Fall.
Auch mit einer anderen Haarstruktur, ganz soooo schlecht wird es schon nicht aussehen.
Oder? Egal.
ICH WILL diese Frisur. Einmal was in den Kopf gesetzt lässt man sich als Teenie doch nicht von Erwachsenen eines Besseren belehren. Außerdem hat der doch sowieso keine Ahnung.
Ich kenne doch meine Haare. Immerhin die Farbe stimmt schonmal ;-).
Gesagt getan, unfreiwillig legte der Frisör die Schere an. Die Haare flogen nur so durch die Luft.
Die Frisur war kurz. Sehr kurz, aber, sah einfach spitze aus (also die von Winona Ryder).

Ich wollte mich überraschen lassen und habe meine Augen deshalb fast nie von dem Winona-Bild aufgetan, um zu sehen was um mich rum passiert. Nach einer halben Ewigkeit war er dann fertig. Mein Herz raste ein wenig. Dann blickte ich auf und: SCHOCK. Er sah mein enttäuschtes Gesicht und blubberte irgendwas von Haarspray, damit meine widerspenstigen Haare bei der kurzen Frisur nicht kreuz und quer stehen. Schnell habe ich mich gefasst, ich wollte ja nicht, dass er mir ansieht, dass er vorhin eigentlich recht hatte und ich mich auf seinen Rat hätte verlassen sollen.
Hoch erhobenen Hauptes (innendrin eher ein Trümmerhaufen) verließ ich den Frisörsalon und musste mir noch tagelang von allen anhören: "Ach komm, die wachsen doch wieder...halb so wild."

Na ja, die Welt drehte sich wirklich weiter. Und ein Gutes hatte es ja auch.
Ich weiß jetzt zumindest was mir nicht steht ;-).



Mit Frisören ist es also eigentlich wie mit dem Lieblingsitaliener. Irgendwann hat man ihn gefunden.
Und dann bleibt er. Er kennt genau meinen Geschmack, er weiß was mir steht, was ich mag und ich kann immer mal "schnell auf nen Sprung" vorbeischauen, wenn´s mir so geht wie heute.

Also werde ich jetzt fahren und mich verändern lassen,
Eure Alexandra

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